KZ-Gedenkstätte Neuengamme

KZ-Gedenkstätte Neuengamme

KZ-Gedenkstätte Neuengamme: Erinnerung, die wach hält

Wenn du dich mit der Geschichte Hamburgs und der grausamen Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen möchtest, gehört ein Besuch der KZ‑Gedenkstätte Neuengamme auf jeden Fall auf deine Liste. Das ehemalige Konzentrationslager ist wohl der beste Ort, um die Dimensionen zu verstehen, in denen die Menschen damals leben und um ihr Leben bangen mussten.

Die wichtigsten Fakten zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme

NameKZ-Gedenkstätte Neuengamme
Eröffnung1965
SchwerpunktErinnerung an das Konzentrationslager Neuengamme
StadtteilNeuengamme
Eintrittfrei
Parkplätzeja
Barrierefreiteilweise

Diese Ausstellungen erwarten dich in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

  • Hauptausstellung „Zeitspuren“: Geschichte des Konzentrationslagers Neungamme von 1938 bis 1945 und seine Nachgeschichte. Mit Dokumenten, Objekten, Biografien und Zeitzeugenmaterial.
  • Ausstellung zur Lager-SS: Darstellung der Täterseite: Strukturen, Aufgaben und Verantwortung der Lager-SS.
  • Zwangsarbeit im Lager: Ausstellungen in den historischen Produktionsbereichen, u. a. zur Zwangsarbeit in der Ziegelei und zur Rüstungsproduktion.
  • Haus des Gedenkens: Ort der Erinnerung an die Opfer mit Namen, Biografien und persönlichen Spuren.
  •  Geländeausstellungen: Informationen zu historischen Gebäuden, Fundamenten, Werkhallen, Wegen, Wachtürmen und besonderen Orten auf dem Gelände.
  • Wechselnde Sonderausstellungen: Temporäre Ausstellungen zu Einzelschicksalen, Nachkriegsprozessen, Erinnerungskultur oder aktuellen Forschungsprojekten.

Wenn die Mauern der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sprechen könnten

Auch, wenn versucht wurde, das Konzentrationslager Neuengamme als Arbeitslager zu verkaufen, war es alles andere als das: Hier herrschte Zwangsarbeit unter lebensfeindlichen Bedingungen und der Tod der Menschen wurde nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern als "Verbrauchsmaterial" zu Tausenden gefangen genommen.Es war ein System der Gewalt und des Hasses – heute eigentlich nicht mehr vorstellbar. 

Noch heute stehen viele der originalen Gebäude, einige als Ruinen, andere als restaurierte Anlagen. Auf den Wegen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sind einst die Häftlinge zwischen Baracken, Wachtürmen und Ziegelöfen entlanggelaufen. Doch nicht nur das wird dir bewusst, sondern auch die unheimlich ausladene Architektur und das dahinterstehende durchdachte System. 

Lernen, erinnern, weitertragen – Vergangenheit greifbar machen

In der Ausstellung „Zeitspuren – Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945 und seine Nachgeschichte“ kannst du erfahren, was Menschen dort erleiden mussten. Sie werden mit Namen, Gesichter und Lebensgeschichten sichtbar gemacht. Es gibt Briefe, Zeichnungen, Gegenstände zu sehen, die vermitteln, dass es hier wirklich um die systematische und sinnlose Tötung und Degration von echten Menschen ging - alle mit denselben Hoffnungen, Ängsten und liebenden Familien.

Die Gedenkstätte verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Zu sehen sind nicht nur die Überreste der Lagerzeit, sondern auch Gedenksteine, Mahnmale und Schautafeln, die Opfer, Nationen, Geschichte sichtbar machen. Die Gedenkstätte dokumentiert, wie das Lager nach dem Krieg genutzt wurde – als Gefängnis und Justizvollzugsanstalt – und wie lange es dauerte, bis ein Gedenkort entstand. 

Was macht die KZ-Gedenkstätte Neuengamme so einzigartig?

  • Das Gelände ist 57 Hektar groß und es befinden sich 17 erhaltene Gebäude darauf  – das macht sie zu einer der größten historischen Gedenkstätten Deutschlands.
  • Die Gedenkstätte macht dieses Ausmaß des Nationalsozialismus eindrücklich erfahrbar.
  • Die Verbindung aus Originalort, Ausstellung, Forschung und Gedenkarbeit bietet zahlreiche Zugänge – emotional, historisch, wissenschaftlich.
  • Gelände, Gebäude und Erinnerung werden nicht getrennt.
  • Der Eintritt ist frei.

Impressionen von der KZ Gedenkstätte Neuengamme im Video

Wie die Gedenkstätte entstand – Vom Lager zum Ort des Erinnerns

Das Lager entstand 1938, als die SS auf dem Gelände einer stillgelegten Ziegelei ein Außenlager des KZ Sachsenhausen errichtete. Am 12. Dezember 1938 trafen die ersten 100 Häftlinge ein, um in der Ziegelei Ziegel zu brennen und Gebäude zu errichten. In den folgenden Jahren wuchs Neuengamme zum größten KZ im Nordwesten Deutschlands: Mehr als 100.000 Menschen waren dort inhaftiert — aus ganz Europa. Mindestens 42.900 starben, teils durch unmenschliche Zwangsarbeit, Morde oder die chaotische Räumung des Lagers am Kriegsende.

Nach der Befreiung 1945 wurde das Gelände erst einmal für verschiedene Einrichtungen genutzt, bis 1948 ein großer Teil als Strafanstalt diente. Nur ein kleiner Bereich außerhalb der Gefängniszäune war öffentlich zugänglich, als dort 1965 ein erstes Mahnmal errichtet wurde. Mit der Eröffnung eines Dokumentationsgebäudes 1981 entstand ein weiterer Schritt, der den Angehörigenverbänden, Initiativen und Forschende allerdings nicht reichte. Sie wollten das gesamte Gelände als Gedenkort erhalten wissen, wofür es dann ab 2003 endlich frei war.

2005 wurde die neu gestaltete Gedenkstätte offiziell eröffnet. Zwei Jahre später, 2007, konnten schließlich alle Geländeanteile betreten werden. Seitdem ist Neuengamme ein Ausstellungs-, Begegnungs- und Studienzentrum.

Weitere wichtige Informationen zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Wann hat die KZ-Gedenkstätte Neuengamme geöffnet?

Montag – Freitag 09:30 – 16:00 Uhr
Samstag, Sonntag & Feiertage 10:00 – 17:00 Uhr
24.12
25.12.
31.12.
1.1.
geschlossen

Hinweis: Das weitläufige Gelände ist außerhalb der Ausstellung auch außerhalb der Öffnungszeiten jederzeit zugänglich.

Was kostet der Eintritt zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme?

Der Eintritt ist frei.

Das Gelände in Zahlen

  • ca. 57 Hektar
  • 17 historisch erhaltene Gebäude
  • über 100.000 Häftlinge: über
  • mindestens 42.900 tote Menschen

Ausstattung vor Ort

Parkplatz
Toiletten
Barrierefrei
Gastronomie
Für Kinder geeignet ⚠️ ab etwa 12 Jahren

Anschrift KZ-Gedenkstätte Neuengamme: Jean-Dolidier-Weg 75, 21039 Hamburg

Routenplaner: So kommst du zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Mit der S2 fährst du bis Bergedorf, steigst dort in den Bus 227 um und fährst bis zur Haltestelle KZ-Gedenkstätte; von dort folgst du der Ausschilderung und erreichst das Gelände nach wenigen Minuten zu Fuß. Alternativ kannst du mit der U2 bis Billstedt fahren, dort in den Bus 127 umsteigen und ebenfalls an der Haltestelle KZ-Gedenkstätte aussteigen, von wo aus der Eingang nach einem kurzen Fußweg erreichbar ist.

Weitere interessante Museen

Kaffeemuseum Burg

20457 Hamburg

Museum für Hamburgische Geschichte

Hamburger Schulmuseum

20359 Hamburg

Gedenkstätte Bullenhuser Damm

hamburger-museen.de

Entdecke Hamburgs Museen – von Kunst und Geschichte bis Technik und Maritimem.
Auf hamburger-museen.de findest du alle Museen der Stadt
mit Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und aktuellen Ausstellungen.