Inhalt
| Name | Gefängnismuseum Hamburg |
| Eröffnung | 1999 |
| Schwerpunkt | Hamburger StrafvollzugsgeschichtFuhlsbüttel |
| Stadtteil | kostenfrei |
| Eintritt | nein |
| Parkplätze | nein |
| Barrierefrei |
Schon der Weg über das gesicherte Gelände verändert die Wahrnehmung. Hohe Mauern, Sicherheitsschleusen und verschlossene Türen machen klar, dass dieser Ort weiterhin Teil des Justizvollzugs ist. Im Inneren des Museums betrittst warten die Hafträume auf dich, deren Ausstattung auf das Notwendigste reduziert ist: Metallbett, kleines Regal, vergittertes Fenster.
In den Vitrinen liegen handschriftliche Briefe von Inhaftierten neben Disziplinarakten. Dadurch wird deutlich, dass hinter jeder Nummer ein individueller Lebenslauf stand. Besonders eindrücklich ist der Abschnitt zur Zeit des Nationalsozialismus, denn er zeigt. wie das Gefängnis Teil politischer Verfolgung wurde. Auf Fotografien und in Dokumente kannst du erkennen, dass Strafvollzug nicht losgelöst vom jeweiligen politischen System betrachtet werden kann.
Gleichzeitig thematisiert das Museum Reformprozesse. Modelle moderner Hafträume und Informationen zu Bildungs- und Arbeitsprogrammen zeigen, dass Resozialisierung heute ein zentrales Ziel ist. Du erkennst, dass sich das Verständnis von Strafe von reiner Abschreckung hin zu gesellschaftlicher Wiedereingliederung verschoben hat.
Das Gefängnismuseum verdeutlicht, dass Strafvollzug immer Ausdruck eines bestimmten Menschenbildes ist. Im 19. Jahrhundert standen Disziplin und Abschreckung im Vordergrund. Später wuchs die Idee, Inhaftierte nach ihrer Entlassung wieder Teil der Gesellschaft werden zu lassen
Auch zu sehen sind Dienstuniformen, Schlüssel und alte Sicherheitsmechanismen, die zur Kontrolle den dienten. Gleichzeitig zeigen Bildungsprogramme und Werkstücke aus der Gefangenenarbeit, dass Arbeit als Mittel zur Strukturierung und Qualifizierung eingesetzt wurde.
Das Gefängnis in Fuhlsbüttel wurde im 19. Jahrhundert errichtet und mehrfach erweitert. Es diente zunächst als Zuchthaus und später als Strafanstalt für unterschiedliche Haftformen. Während der Zeit des Nationalsozialismus war es auch Haftort für politisch Verfolgte. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Strafvollzug neu organisiert und baulich angepasst.
Mit dem wachsenden Interesse an Zeit- und Rechtsgeschichte entstand die Idee, einen Teil der historischen Räume als Museum zugänglich zu machen. 1999 wurde das Gefängnismuseum eröffnet. Seitdem dokumentiert es die Entwicklung des Hamburger Strafvollzugs von seinen Anfängen bis in die Gegenwart. Durch kontinuierliche Ergänzungen der Ausstellung wird der Wandel von Disziplinierung hin zu Resozialisierung nachvollziehbar gemacht.
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