Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel

Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel

Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel: Ein Wohnexperiment zwischen Ideal und Wirklichkeit

Mitten im grünen Stadtteil Poppenbüttel steht ein Gebäude, das auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Wohnblock aus den siebziger Jahren wirkt. Doch hier wird eine ganz besondere Geschichte erzählt, denn es handelt sich dabei um die Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel. Sie erzählt von einem besonderen Kapitel der Hamburger Stadtgeschichte und zeigt, wie die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg mit Wohnraummangel, Modernisierung und neuen Lebensentwürfen umging.

Die wichtigsten Fakten zur Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel

NameGedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel
Eröffnung2018
SchwerpunktWohnalltag im Großsiedlungsbau der 1970er Jahre
StadtteilPoppenbüttel
Eintrittkostenfrei
Parkplätzenein
Barrierefreinein

Das erwartet dich an der Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel

  • Original eingerichtete Wohnung aus den 1970er Jahren – Du betrittst vollständig rekonstruierte Räume mit zeittypischen Möbeln, Tapeten und Alltagsgegenständen. Dadurch wird Wohnen als gesellschaftliches Leitbild dieser Zeit greifbar.
  • Informationen zur Großsiedlung Poppenbüttel – Tafeln und Dokumente erklären, warum Großwohnsiedlungen als Lösung für Wohnraummangel galten und welche städtebaulichen Ziele damit verbunden waren.
  • Zeitzeugenberichte – Hörstationen vermitteln persönliche Erinnerungen ehemaliger Bewohner und ergänzen die räumliche Erfahrung um individuelle Perspektiven.
  • Kontext zur Nachkriegsmoderne – Die Ausstellung ordnet das Plattenhaus in die Hamburger Stadtentwicklung der sechziger und siebziger Jahre ein.

Ein Wohnzimmer als Spiegel einer ganzen Epoche – Das Profil der Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel

Wenn du die Wohnung betrittst, stehst du zunächst in einem schmalen Flur mit gemusterter Tapete und Garderobe aus dunklem Holzfurnier. Von dort öffnet sich das Wohnzimmer mit Schrankwand, Röhrenfernseher und orangefarbenem Teppich. Diese Details wirken vertraut und zugleich historisch. Sie zeigen, wie sehr Einrichtung damals von klaren Funktionsvorstellungen geprägt war: Stauraum, Ordnung, praktische Grundrisse.

Die Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel ist kein klassisches Museum, wie man es zum Beispiel von der Kunsthalle oder dem Museum für Hamburgische Geschichte kennt, sondern eine erhaltene Wohnung im Originalzustand. Das bedeutet, dass du dich beim Betrete durch den Lebensalltag von damals bewegst. Das ist nicht nur interessant anzusehen, sondern vermittelt auch ein ganz neues Verständnis von der damaligen Wohn- und Lebenssituation.

In der Küche fällt dir wahrscheinlich direkt der kompakte Zuschnitt auf. Hängeschränke, Resopaltisch und Elektrogeräte verweisen auf den Anspruch, modernes Wohnen effizient zu organisieren. Hier wird deutlich, dass Großwohnsiedlungen nicht nur Betonblöcke waren, sondern Teil eines gesellschaftlichen Versprechens: Jede Familie sollte über eine zeitgemäße Wohnung mit Bad, Heizung und Balkon verfügen.

Die Ausstellung thematisiert dabei auch die Kritik an diesen Siedlungen. Enge Nachbarschaften, standardisierte Architektur und soziale Spannungen werden nicht ausgeblendet, denn auch sie waren damals schon ein Thema, so wie sie es auch heute sind.

Zwischen Idealbild und Realität des Alltags

Die Gedenkstätte macht ziemlich deutlich, dass Wohnen immer politisch ist. Nach dem Krieg herrschte in Hamburg akuter Wohnraummangel, weswegen Großsiedlungen wie in Poppenbüttel schnell und effizient Abhilfe schaffen sollten. Industrielle Bauweisen mit vorgefertigten Betonelementen ermöglichten kurze Bauzeiten und kalkulierbare Kosten.

Die Ausstellung bietet Einblick in Bauplänen und stellt historische Fotografien aus, die vermitteln, wie systematisch diese Wohnanlagen konzipiert wurden. Gleichzeitig erzählen Zeitzeugen davon, wie sich Nachbarschaften entwickelten, wie Kinder zwischen den Wohnblöcken spielten und wie sich das Image der Siedlungen im Laufe der Jahrzehnte wandelte. 

Was macht das Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel so einzigartig?

  • Eine vollständig begehbare Originalwohnung vermittelt Geschichte räumlich und nicht nur über Texte.
  • Der Fokus liegt auf Alltagskultur statt auf prominenten Persönlichkeiten.
  • Stadtentwicklung und Wohnpolitik werden anhand eines konkreten Ortes nachvollziehbar.
  • Zeitzeugenberichte ergänzen die räumliche Erfahrung um persönliche Erinnerungen.
  • Der Eintritt ist kostenfrei zugänglich.

[Video] Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel, Hamburg

Vom Wohnblock zum Erinnerungsort – Die Geschichte der Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel

Das Gebäude entstand in den frühen 70er- Jahren im Zuge des großangelegten Wohnungsbaus in Hamburg. Poppenbüttel entwickelte sich damals zu einem wichtigen Standort für neue Wohnquartiere. Vorgefertigte Betonelemente bestimmten die Bauweise, wodurch sich die Gebäude äußerlich ähnelten und schnell errichtet werden konnten.

Mit dem gesellschaftlichen Wandel der 80- und 90er-Jahre gerieten viele Großsiedlungen in die Kritik. Auch in Poppenbüttel wurden Gebäude modernisiert oder zurückgebaut. Eine Wohnung blieb jedoch im ursprünglichen Zustand erhalten, und eröffnete 2018 als Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel.

Weitere wichtige Informationen zum Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel

Wann hat die Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel geöffnet?

  • Sonntag: 14:00 – 17:00 Uhr
  • Gruppenführungen nach Vereinbarung

Was kostet der Eintritt in die Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel?

Sowohl der Eintritt als auch die Führungen sind kostenlos.

Die Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel in Zahlen

  • Baujahr des Gebäudes 1970
  • Eröffnung als Gedenkstätte 2018
  • 1 erhaltene Originalwohnung
  • 3 Zimmer pro Wohneinheit
  • 1 Ausstellungsetage

Ausstattung vor Ort

Parkplatz ✅
Toiletten ❌
Barrierefrei ❌
Gastronomie ❌
Für Kinder geeignet ✅
Führungen ✅

Anschrift Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel: Heidstücken 33, 22391 Hamburg

Routenplaner: So kommst du zum Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Du erreichst Poppenbüttel am besten mit der S-Bahn-Linie S1 bis Poppenbüttel. Von dort nimmst du einen Bus in Richtung Heidstücken. Die Haltestelle liegt nur wenige Gehminuten vom Plattenhaus entfernt. Von der Straße aus erkennst du das Gebäude an seiner typischen Betonfassade innerhalb der Wohnanlage.

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