Inhalt
| Name | Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel |
| Eröffnung | 2018 |
| Schwerpunkt | Wohnalltag im Großsiedlungsbau der 1970er Jahre |
| Stadtteil | Poppenbüttel |
| Eintritt | kostenfrei |
| Parkplätze | nein |
| Barrierefrei | nein |
Wenn du die Wohnung betrittst, stehst du zunächst in einem schmalen Flur mit gemusterter Tapete und Garderobe aus dunklem Holzfurnier. Von dort öffnet sich das Wohnzimmer mit Schrankwand, Röhrenfernseher und orangefarbenem Teppich. Diese Details wirken vertraut und zugleich historisch. Sie zeigen, wie sehr Einrichtung damals von klaren Funktionsvorstellungen geprägt war: Stauraum, Ordnung, praktische Grundrisse.
Die Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel ist kein klassisches Museum, wie man es zum Beispiel von der Kunsthalle oder dem Museum für Hamburgische Geschichte kennt, sondern eine erhaltene Wohnung im Originalzustand. Das bedeutet, dass du dich beim Betrete durch den Lebensalltag von damals bewegst. Das ist nicht nur interessant anzusehen, sondern vermittelt auch ein ganz neues Verständnis von der damaligen Wohn- und Lebenssituation.
In der Küche fällt dir wahrscheinlich direkt der kompakte Zuschnitt auf. Hängeschränke, Resopaltisch und Elektrogeräte verweisen auf den Anspruch, modernes Wohnen effizient zu organisieren. Hier wird deutlich, dass Großwohnsiedlungen nicht nur Betonblöcke waren, sondern Teil eines gesellschaftlichen Versprechens: Jede Familie sollte über eine zeitgemäße Wohnung mit Bad, Heizung und Balkon verfügen.
Die Ausstellung thematisiert dabei auch die Kritik an diesen Siedlungen. Enge Nachbarschaften, standardisierte Architektur und soziale Spannungen werden nicht ausgeblendet, denn auch sie waren damals schon ein Thema, so wie sie es auch heute sind.
Die Gedenkstätte macht ziemlich deutlich, dass Wohnen immer politisch ist. Nach dem Krieg herrschte in Hamburg akuter Wohnraummangel, weswegen Großsiedlungen wie in Poppenbüttel schnell und effizient Abhilfe schaffen sollten. Industrielle Bauweisen mit vorgefertigten Betonelementen ermöglichten kurze Bauzeiten und kalkulierbare Kosten.
Die Ausstellung bietet Einblick in Bauplänen und stellt historische Fotografien aus, die vermitteln, wie systematisch diese Wohnanlagen konzipiert wurden. Gleichzeitig erzählen Zeitzeugen davon, wie sich Nachbarschaften entwickelten, wie Kinder zwischen den Wohnblöcken spielten und wie sich das Image der Siedlungen im Laufe der Jahrzehnte wandelte.
Das Gebäude entstand in den frühen 70er- Jahren im Zuge des großangelegten Wohnungsbaus in Hamburg. Poppenbüttel entwickelte sich damals zu einem wichtigen Standort für neue Wohnquartiere. Vorgefertigte Betonelemente bestimmten die Bauweise, wodurch sich die Gebäude äußerlich ähnelten und schnell errichtet werden konnten.
Mit dem gesellschaftlichen Wandel der 80- und 90er-Jahre gerieten viele Großsiedlungen in die Kritik. Auch in Poppenbüttel wurden Gebäude modernisiert oder zurückgebaut. Eine Wohnung blieb jedoch im ursprünglichen Zustand erhalten, und eröffnete 2018 als Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel.
Parkplatz ✅
Toiletten ❌
Barrierefrei ❌
Gastronomie ❌
Für Kinder geeignet ✅
Führungen ✅
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
Du erreichst Poppenbüttel am besten mit der S-Bahn-Linie S1 bis Poppenbüttel. Von dort nimmst du einen Bus in Richtung Heidstücken. Die Haltestelle liegt nur wenige Gehminuten vom Plattenhaus entfernt. Von der Straße aus erkennst du das Gebäude an seiner typischen Betonfassade innerhalb der Wohnanlage.
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