Gedenkstätte Fuhlsbüttel

Gedenkstätte Fuhlsbüttel

Gedenkstätte Fuhlsbüttel: Wo einst Haft und Terror in Hamburg an der Tagesordnung standen

Die Gedenkstätte Fuhlsbüttel ist einer der Orte in Hamburg, die wirklich zum Nachdenken anregen. Hier stand einst ein Haftgebäuden, in dem die staatliche Gewalt der Nationalsozialisten ausgeübt wurde. Die Gedenkstätte richtet den Blick nicht auf spektakuläre Einzelereignisse, sondern auf den Haftalltag, auf Abläufe, Räume und Machtverhältnisse. 

Die wichtigsten Fakten zur Gedenkstätte Fuhlsbüttel

NameGedenkstätte Fuhlsbüttel
Eröffnung1987
Schwerpunktnationalsozialistische Verfolgung und Haft
StadtteilFuhlsbüttel
Eintritt kostenfrei
Parkplätzevorhanden
Barrierefreiteilweise

Das erwartet dich in der Gedenkstätte Fuhlsbüttel

  • Historische Haftgebäude – Original erhaltene Gebäudeteile bilden den räumlichen Rahmen der Ausstellung und machen Haftbedingungen physisch nachvollziehbar.
  • Dauerausstellung zur NS-Herrschaft – Dokumente, Biografien und Objekte zeigen, wer hier inhaftiert war und aus welchen Gründen Menschen verfolgt wurden.
  • Biografische Zugänge – Einzelne Lebensgeschichten verbinden strukturelle Gewalt mit persönlichen Erfahrungen.
  • Sonderausstellungen – Zeitlich begrenzte Projekte vertiefen Aspekte wie politische Opposition, Justiz im Nationalsozialismus oder Erinnerungskultur.

Haftalltag statt Tätermythen – das Profil der Gedenkstätte Fuhlsbüttel

Bekannt ist die Gedenkstätte für ihren klaren Fokus auf den Alltag politischer Verfolgung und nicht auf der Geschichte selbst, wie es zum Beispiel auch in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme der Fall ist.

Die  Gedenkstätte Fuhlsbüttel verzichtet bewusst auf dramatisierende Inszenierungen. Stattdessen führen schlichte Räume, nüchterne Texte und originale Spuren durch die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers und späteren Polizeigefängnisses. In schmalen Fluren, ehemaligen Zellen und Verwaltungsräumen wird deutlich sichtbar, wie die Gefangenschaft damals organisiert war und wie Willkür in Verwaltungsakten Gestalt annahm. 

Zwischen Polizeihaft und Konzentrationslager

Eines der Themen ist die Mehrfachfunktion des Haftanstalt. Fuhlsbüttel diente nicht nur als Konzentrationslager, sondern auch als Untersuchungs- und Polizeigefängnis. Anhand von Haftbefehlen, Transportlisten und Zeitzeugenberichten wird deutlich, wie eng Polizei, Justiz und nationalsozialistische Machtapparate zusammenwirkten.

Gut zu wissen: Frühere Sonderausstellungen haben sich unter anderem mit der Verfolgung politischer Gegner, der Rolle der Hamburger Polizei und der juristischen Aufarbeitung nach 1945 beschäftigt.

Was macht die Gedenkstätte Fuhlsbüttel so einzigartig?

  • Geschichtserklärung am Originalschauplatz
  • Verzicht auf Emotionalität 
  • Eigenverantwortung der Besucher
  • kein Mahnmal im klassischen Sinn, sondern mehr ein Lernort
  • sachliche Herangehensweise

Die Entstehung der Gedenkstätte Fuhlsbüttel

Nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde das Gelände weiterhin von staatlichen Institutionen genutzt. Erst Jahrzehnte später begann eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes.

In den 1980er Jahren setzten sich Überlebende, Initiativen und Historiker dafür ein, Fuhlsbüttel als Gedenkstätte zu sichern. Die Eröffnung im Jahr 1987 markierte einen Wendepunkt im Hamburger Umgang mit der eigenen NS-Vergangenheit.

In den folgenden Jahren wurde die Ausstellung mehrfach überarbeitet und erweitert. Dabei verschob sich der Fokus zunehmend von einer reinen Dokumentation hin zu einer kritisch-reflektierenden Bildungsarbeit.

Weitere wichtige Informationen zur Gedenkstätte Fuhlsbüttel

Wann hat die Gedenkstätte Fuhlsbüttel geöffnet?

Dienstag – Freitag 09:00 – 17:00 Uhr
Samstag – Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr

Was kostet der Eintritt in die Gedenkstätte Fuhlsbüttel?

Der Eintritt ist frei.

Die Gedenkstätte Fuhlsbüttel in Zahlen

  • Eröffnung der Gedenkstätte 1987
  • Nutzung des Haftortes im Nationalsozialismus von 1933 bis 1945
  • 1 erhaltenes ehemaliges Zellengebäude
  • 2 Ausstellungsebenen
  • 12 thematische Ausstellungsbereiche

Austattung vor Ort

Parkplatz
Toiletten
Barrierefrei
Gastronomie
Für Kinder geeignet
Führungen

Anschrift Gedenkstätte Fuhlsbüttel: Suhrenkamp 98, 22335 Hamburg

Routenplaner: So kommst du zur Gedenkstätte Fuhlsbüttel

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Du erreichst die Gedenkstätte mit der U-Bahn-Linie U1 bis zur Haltestelle Alsterdorf. Von dort fährst du mit dem Bus bis in den Stadtteil Fuhlsbüttel und gehst die letzten Minuten zu Fuß. Der Weg führt direkt über das ehemalige Haftgelände und macht den historischen Kontext bereits vor dem Betreten spürbar.

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