Inhalt
| Name | Deutsches Zollmuseum |
| Eröffnung | 2008 |
| Schwerpunkt | Geschichte des deutschen Zolls |
| Stadtteil | Speicherstadt |
| Eintritt | kostenpflichtig |
| Parkplätze | nein |
| Barrierefrei | ja |
Insgesamt zwar zwei Etagen auf dich, auf denen sich das Deutsche Zollmuseum verteilt. Dein Rundgang kann entweder im Erd- oder Obergeschoss beginnen, das liegt ganz bei Dir.
Chronologisch empfehlenswert ist der Start im Obergeschoss, denn dort geht es um die frühe Zollgeschichte. In den historischen Räumen mit sichtbaren Holzbalken und klassischer Vitrinenanordnung startest du in der Römerzeit. Münzen, Dokumente und Abbildungen verdeutlichen, dass Zoll zunächst vor allem der Finanzierung von Herrschaft diente. Im weiteren Verlauf zeigen Exponate aus Mittelalter und Neuzeit, wie sich Handelswege und Machtverhältnisse gegenseitig beeinflussten. Besonders die Darstellung des Deutschen Zollvereins macht klar, dass wirtschaftliche Einheit politischen Veränderungen vorausgehen kann.
Im Erdgeschoss verschiebt sich der Fokus deutlich in die Gegenwart. Moderne Präsentationselemente und Medienstationen stehen neben beschlagnahmten Plagiaten, geschützten Tierpräparaten oder verbotenen Waren. Hier wird schnell klar, dass Zoll heute Umweltpolitik, Verbraucherschutz und Sicherheitsfragen miteinander verbindet, weil die globalen Lieferketten neue Kontrollmechanismen erfordern – und dass staatliche Eingriffe direkte Auswirkungen auf Märkte und Konsum haben.
Ein besonderes Highlight, dass du nicht unbeachtet lassen solltest, ist der Zollkreuzer Oldenburg direkt vor dem Museum. Das Schiff war zwischen 1988 und 1995 auf Nord- und Ostsee im Einsatz und kontrollierte den Warenverkehr, rettete Schiffbrüchige und überwachte Umweltauflagen. Seit 2005 gehört es zum Museum. Wenn du an Deck stehst, wird deutlich, dass Zoll nicht nur an Schreibtischen stattfindet, sondern oft unter realen Einsatzbedingungen.
Hinter den Ausstellungen steht eine Sammlung, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Neben Beständen aus dem früheren Zollmuseum in Berlin wurden Exponate des Zollkriminalinstituts in Köln sowie die Sammlung des ehemaligen Steuermuseums in Brühl integriert. So siehst du unter anderem echte Schmuggelverstecke – clever angelegte Hohlräume oder modifizierte Gepäckstücke – und darfst dich fragen: „Wie würden sie das heute machen?“ Außerdem kann man in die Uniformen- und Werkzeuggeschichte eintauchen: Zöllnerwerkzeuge, alte Waagen, Zollkoffer.
Ergänzt wird das durch 6.000 zollhistorische Bücher von der Antike bis zur Neuzeit, die den wissenschaftlichen Hintergrund der Ausstellung bilden. Diese Verbindung aus Objekt, Dokument und Fachliteratur sorgt dafür, dass das Museum nicht nur anschaulich, sondern auch fundiert arbeitet.
Regelmäßig gibt es Themen-Ausstellungen, zum Beispiel zu Reiseverkehr, Souvenirs & Schmuggelware – das ergänzt das Wissen und macht Wiederbesuche interessant.
Die Ursprünge des Museums liegen nicht in Hamburg, sondern in Berlin. Dort gründete Dr. Johannes Popitz im Jahr 1927 das Reichszollmuseum, um die Entwicklung des Zollwesens zu dokumentieren und die Bürger daran teilhaben zu lassen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Museum zerstört und anschließend nicht wieder aufgebaut. Erst Jahrzehnte später entstand die Idee, die Zollgeschichte wieder auszustellen.
1992 erfolgte die Neueröffnung in Hamburg. Initiator war der damalige Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel, der die Speicherstadt als passenden Ort sah. Die Auswahl fiel auf das Gebäude an der Kornhausbrücke, weil sich dort bis 1659 das Kornhaus befand, welches als Vorratslager diente. Später wurde es zur Zollabfertigungsstelle des Hauptzollamts St. Annen, das bis 1985 im Einsatz war. Nach Aufgabe der Abfertigungsfunktion entschied man sich, das Gebäude zu erhalten und als Museum zu nutzen.
Zwischen 2006 und 2008 wurde die Dauerausstellung grundlegend modernisiert. Interaktive Elemente und eine stärkere thematische Gliederung prägen seitdem den Rundgang.
Telefon.: +49 (0) 40 – 300 876 11
E-Mail: museum(a)zoll.de
Webseite
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